Fast Close scheitert selten an der Technik
Warum der Monatsabschluss in vielen Unternehmen länger dauert als nötig — und woran es meistens tatsächlich liegt.
Wenn der Monatsabschluss zwölf Arbeitstage dauert, richtet sich der erste Blick fast immer auf das ERP-System. In den meisten Fällen liegt es nicht daran: Die Technik kann längst schneller, als der Prozess es zulässt.
Drei Muster, die regelmäßig auftauchen
Abstimmungen laufen sequenziell, obwohl sie parallel laufen könnten. Jede Abteilung wartet auf die vorherige, weil die Zuständigkeiten nie sauber geschnitten wurden.
Es fehlt eine verbindliche Materialitätsgrenze. Welche Buchungen abschlussrelevant sind, ist nirgends definiert — also wird sicherheitshalber alles geprüft.
Der Abschluss ist Chefsache. Eine einzige Person hält die Fäden zusammen, und jeder Schritt wartet auf deren Freigabe.
Was hilft
Keines dieser Probleme löst ein Systemwechsel. Sie lösen sich über klare Verantwortlichkeiten, definierte Wesentlichkeitsgrenzen und einen Abschlusskalender, der auch eingehalten wird. Der Aufwand dafür liegt in der Organisation, nicht im Budget.
Der erste Schritt ist unspektakulär: den bestehenden Ablauf ehrlich aufnehmen — wer liefert wann was, und worauf wartet wer. Diese Aufnahme dauert wenige Tage und zeigt in aller Regel bereits die zwei bis drei Stellen, an denen die meiste Zeit verloren geht.